Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann und BEG-Geschäftsführer Dr. Johann Niggl zur Neuvergabe der S-Bahn München ab 2018: Drei-Stufen-Konzept sichert Betriebsstabilität und langfristigen Wettbewerb

Für die Weiterentwicklung des Münchner S-Bahn-Netzes, des größten Schienennahverkehrsnetzes in Bayern, haben das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr und die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) ein Drei-Stufen-Konzept entwickelt. Zur ab dem Jahr 2018 notwendigen Neuvergabe des Netzes sagte Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann: „Mit dem Konzept sichern wir einen stabilen und zuverlässigen Betrieb, öffnen aber zugleich das überaus komplexe Netz der S-Bahn München langfristig auch für andere Eisenbahnverkehrsunternehmen und schaffen attraktive Bedingungen für den Wettbewerb.“ BEG-Geschäftsführer Dr. Johann Niggl, erläuterte, dass für die Vergabe insgesamt drei unterschiedliche Verträge vorgesehen seien: Ein zweijähriger Übergangsvertrag mit der DB Regio, ein „Erster Münchner S-Bahn-Vertrag“ über etwa zwölf Jahre bis nach 2030 und ein „Zweiter Münchner S-Bahn-Vertrag“, der die Erfahrungen mit der zweiten Stammstrecke schon berücksichtigt. 

Für den zunächst zweijährigen Übergangsvertrag habe sich die BEG aufgrund der außerordentlich komplexen Rahmenbedingungen und zur Klärung noch offener Grundsatzfragen entschieden. Herrmann: „Die S-Bahn München ist nicht nur das größte Schienennahverkehrsnetz in Bay­ern, sondern wegen der Stammstrecke, über die in enger Taktung fast alle Linien ge­führt werden, auch das komplexeste S-Bahn-System in ganz Deutschland, wenn nicht sogar in Europa. Die Sicherstellung der Betriebsstabilität hat angesichts der überragenden Bedeutung der S-Bahn München deshalb besondere Priorität. Alle Planungen müssen sich daran orientieren.“ Der aktuelle Vertrag für die Verkehrsleistungen im Münchner S-Bahn-Netz zwischen dem jetzigen Betreiber, der DB Regio AG, und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) endet im Dezember 2017. An diesen schließt sich ein zweijähriger Übergangsvertrag an.

Für die Zeit ab Dezember 2019 wird die BEG dann in einem ‚Ersten Münchner S-Bahn-Vertrag‘ die ge­sam­ten Verkehrsleistungen für zirka zwölf Jahre vergeben. In diese Vertragslaufzeit fällt der Ersatz der heutigen Fahrzeugflotte durch Neufahrzeuge, die Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke und die damit einhergehende Erweiterung des Verkehrsangebots. Niggl: „Auf eine Aufteilung des Netzes in mehrere Lose muss in dieser Phase verzichtet werden, da dies in Anbetracht der dichten Zugfolge in der bestehenden Stammstrecke zu inakzeptablen Risiken für die Betriebsstabilität führen würde.“

Unter Berücksichtigung der ersten Betriebserfahrungen mit der 2. Stammstrecke wird die BEG die Verkehrsleistungen dann in einem ‚Zweiten Münchner S-Bahn-Vertrag‘  ab Anfang der 2030er Jah­re erneut für voraussichtlich rund zwölf Jahre vergeben. Dabei strebt die BEG eine Aufteilung des Netzes in mehrere Lose an.

Herrmann abschließend: „Mit 840.000 Fahrgästen an einem durchschnittlichen Werktag ist die S-Bahn München beim Schienenpersonennahverkehr mit Abstand das größte Netz in Bayern. Etwa 61 Prozent aller Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr auf der Schiene fahren mit der S-Bahn München. Um dieser Nach­frage gerecht zu werden, bestellt der Frei­staat hier jedes Jahr rund 20 Millionen von bay­ern­weit insgesamt 122 Millionen Zug­kilometern.“